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Hamburg - Montag, 21.05.2012 Heizölpreise gehen weiter zurück – Geduld zahlt sich aus
In der vergangenen Woche sind die Heizölpreise deutlich zurückgegangen. Nachdem sich der Preisrutsch schon in den beiden Vorwochen angekündigt hatte, war die 20. Kalenderwoche durch größere Abschläge gekennzeichnet. Somit notierte der Kurs für einen Liter Heizöl mit gut 86 Cent erstmals seit Monaten erheblich unter der 90-Cent-Marke. Seit Februar war dieser Wert nicht mehr unterschritten worden, was besonders für die sonst üblichen Abschläge im Februar und März untypisch war. Wer mit seiner Bestellung bis jetzt gewartet hat, wird für seine Geduld also belohnt. Die Preisentwicklung zeigt allerdings auch, wie schnell sich die Situation binnen weniger Tage ändern kann. Schwankungen beim Rohölpreis und dem Eurokurs wirken sich ebenso aus wie die aktuelle Nachfragesituation, die naturgemäß mit steigenden Temperaturen sinkt. Nichtsdestotrotz schweben die Situation um den Iran und die Eurokrise weiterhin über den Märkten und könnten jederzeit zu einem drastischen Umschwung führen. Die ständige Beobachtung der Heizölpreise ist für die Kunden also extrem wichtig.  Iran tritt wieder in den Vordergund
Derzeit scheinen die Kurse für Heizöl von einem Tiefstand zum nächsten zu springen. Das kann in den kommenden Wochen durchaus noch etwas weitergehen. Ebenso ist aber eine erhebliche Erhöhung der Heizölpreisemöglich, falls beispielsweise die bevorstehenden Gespräche mit dem Iran über das Atomprogramm scheitern sollten. Für den Iran ist die Situation nach wie vor schwierig, denn das internationale Embargo gegen Ölprodukte aus dem Land zeigt Wirkung. Allgemein erwarten die Experten, dass der Iran weitere Zugeständnisse machen wird, um eine weiter Eskalation zu verhindern. Die Drohungen aus Israel und dem Westen, die Fortsetzung des Atomprogramms möglicherweise militärisch zu beenden, stehen nach wie vor im Raum. Gleichzeitig hat der Iran im Falle eines Angriffs angekündigt, den Ölfluss durch die Straße von Hormuz zu blockieren. Letzteres würde dem Iran selbst aber mindestens ebenso schaden, denn seine eigenen Ölexporte werden damit vollständig unmöglich. Aktuell lagern die iranischen Ölproduzenten ihre Produkte mangels Absatzmöglichkeiten weiterhin auf ihren eigenen Tankern ein. Diese Kapazitäten dürften aber bald erschöpft sein. Ob der Zeitdruck aber zu einem Einlenken oder gar zu weiterer Eskalation führt, ist angesichts der unvorhersehbaren Reaktionen des Regimes in Teheran nicht abzuschätzen.  Neuwahlen in Griechenland
Für die Besteller von Heizöl spielt diese Entwicklung eine ebenso große Rolle wie die Entwicklung des Eurokurses. In Griechenland ist die Regierungsbildung endgültig gescheitert, weswegen Neuwahlen die Situation klären sollen. Ob dies gelingt, ist allerdings zweifelhaft. Hiesige Politiker befürchten, dass die ohnehin schon gestärkten extremistischen Parteien, die den harten Euro-Sparkurs ablehnen, noch mehr Stimmen erhalten könnten. Die Euroländer haben allerdings klargestellt, dass nur bei einer strikten Einhaltung der Sparmaßnahmen mit weiteren Hilfen für Griechenland gerechnet werden könne. Jede weitere Schwankung beim Eurokurs beeinflusst aber auch die Heizölpreise, weil die Einkäufe am Ölmarkt grundsätzlich in US-Dollar abgewickelt werden. Dennoch: Auch die Benzinpreise sind in den vergangenen zwei Wochen nicht weiter gestiegen und an vielen Orten sogar etwas zurückgegangen. So blieben selbst die sonst üblichen Erhöhungen zum Feiertag in der vergangenen Woche aus. Grund zur Entwarnung sehen Fachleute allerdings nicht, denn Pfingsten steht bevor und könnte die Mineralölkonzerne dazu verführen, hier nun besonders stark wieder zuzuschlagen.  Heizölpreise rutschen weiter nach unten
Was die Bestellung von Heizöl angeht, so kann derzeit natürlich bereits bestellt werden. Besonders für solche Kunden, die nun absolut keine Reservebestände mehr im Tank haben, ist diese Option interessant. Jedoch ist von einem Volltanken momentan noch abzuraten, weil die Heizölpreise durchaus noch weiter nachgeben könnten. Daher sollte die Entwicklung der Kurse mit täglichen Heizölvergleichen beobachtet werden. Gerade die Entwicklung der letzten Wochen beweist, wie schnell sich das tagesaktuelle Geschehen auf die Höhe der Heizölpreise auswirken kann. Die Empfehlung muss aktuell lauten, sich bestellbereit zu machen und die Preisentwicklung genau zu beobachten. Das wichtigste Alarmsignal für ein rasches Handeln ist momentan das weitere Geschehen im Persischen Golf.