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Hamburg - Donnerstag, 14.07.2011

Ist die Preisspitze beim Heizöl erreicht?

Diese Frage stellen sich viele, denn die turbulente Handelswoche setzt sich auch am heutigen Donnerstag fort. Doch es geht heute anders herum, denn die Ölpreise fallen und der Euro kann sich weiter festigen. Genau diese Bewegungen sind erforderlich, damit im deutschsprachigen Raum der Heizölpreis wieder bezahlbar bleibt. Zwar sind es bislang nur Preisnachlässe zwischen 20 und 30 Cent pro 100 Liter Heizöl, aber immerhin – es geht abwärts.

Hoffnung für einen weiterführenden Abwärtstrend macht die abgeebbte Dynamik des Ölpreisaufschwungs und der Euroabwertung. Besonders schlimm war es am vergangenen Dienstag, als der Euro unter 1,40 US-Dollar fiel und gleichzeitig der Gasölpreis Kurs auf die Marke von 1000 US-Dollar je Tonne nahm. Der Euro konnte sich in der Zwischenzeit aber deutlich stabilisieren und notiert aktuell bei einem Gegenwert von 1,42 US-Dollar, während der Gasölpreis im Bereich von 975 US-Dollar je Tonne stagniert.
Aufgerechnet die Amerikaner verhalfen dem Euro zu mehr Stabilität, denn US-Notenbankchef Bernanke offenbarte am Mittwoch neue Konjunkturprobleme in den USA. Weiterhin bestehen Deflationsrisiken und die Gefahr einer anhaltenden Wirtschaftsschwäche. Alles im Lot ist derzeit nur in China, da hier die Wirtschaftsleistung weiter um knapp 10 Prozent jährlich wächst. Das bedeutet gleichzeitig die größten weltweiten Zuwächse beim Ölverbrauch. In Sachen Ölnachfrage zeigen sich die USA und allen voran Europa deutlich bescheidener, denn nach den Berechnungen der Internationalen Energieagentur wächst der Ölbedarf in den Schwellenländer mit 3,5 Prozent pro Jahr. Die westlichen Industrienationen drosseln zeitgleich ihren Verbrauch um rund 0,7 Prozent im Jahr drosseln.
Gestern wurden zudem die US-Bestandszahlen vom Department of Energy (DOE) bekannt gegeben:
Rohöl: deutlicher Abbau
Destillate (Heizöl, Diesel): deutlicher Aufbau
Benzin: geringer Abbau
Damit können die Heizölkunden in Deutschland und Österreich auf fallende Heizölpreise hoffen, doch die richtigen Schnäppchenpreise bleiben vorerst aus. Heizölkunden sollten sich an den Preistiefs aus dem Mai und Juni orientieren, die ca. 7 Cent je Liter unter dem jetzigen Heizölpreisniveau lagen. Die Schweiz profitiert nach wie vor vom starken Franken, sodass hier die Inlandspreise für Heizöl kaum noch höher liegen als es Ende 2010 der Fall war.

Heute kostet in London ein Barrel Rohöl der Sorte Brent rund 117,50 US-Dollar, während Gasöl bei ca. 975 US-Dollar pro Tonne liegt.
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