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Hamburg - Freitag, 28.10.2011

Heizölpreis weiterhin unverändert

Es scheint als warte der Heizölpreis nur auf Ergebnisse des EU-Gipfels, denn bewegt hat er sich im heutigen Vormittagshandel nicht. Prognosen aber will im Vorfeld des heutigen EU-Gipfels zur Verabschiedung des erweiterten Rettungsschirms niemand abgeben. Da die alles entscheidende Sitzung jedoch erst heute Abend stattfindet, ist mit einem sehr ruhigen Handelstag zu rechnen.
 
Zeit um also einmal einen Blick auf die Lage im Inland zu werfen und die hat sich bislang nicht entspannt. Einige Haushalte dürften noch einen leeren Heizöltank haben bzw. nur einen gering gefüllten, da sie sich auf Teillieferungen eingelassen haben. Die Nachfrage ist weiterhin hoch, dennoch ist zu erkennen, dass die Verbraucher Angst vor weiteren Preissteigerungen haben. Anders kann man sich die derzeit hohe Nachfrage bei Preisen auf hohem Niveau nicht erklären. Zudem kamen Hiobsbotschaften auf den Tisch, nach denen es eine Warenknappheit bei Diesel und Heizöl gibt. Diese ist aber nicht in der hohen Nachfrage begründet, sondern in außerplanmäßigen Raffinerieausfällen und niedrigen Wasserständen de Rheins. Beides sorgte für leere Großtanklager im Westen Deutschlands. In Österreich und der Schweiz blieben derartige Nachrichten aus.
 
In der Nacht ging der EU-Gipfel wie erwartet zu Ende: Griechenland hat nur noch 50 prozent seiner Schulden, der Rettungsschirm ist auf eine Billion Euro mit Hilfe privater Investoren und Hebelmechanismen und höheren Eigenkapitalquoten für deutsche Banken aufgebläht und man feiert das Paket als vollen Erfolg. Dies zeigte auch Wirkung an den Börsen, denn dem Euro gelang der Sprung über die Marke von 1,40 US-Dollar. Auch die Aktienkurse zeigen sich deutlich fester und der DAX steigt um 3 Prozent. Parallel zum Euro zogen die Ölpreise an, wobei die Preissteigerungen nicht ganz so stark zur Geltung kommen. Im Durchschnitt zahlen Kunden in Deutschland und Österreich heute 0,5 Cent weniger für einen Liter Heizöl.
Wie lange die Freunde über das Rettungspaket anhält, wird sich zeigen. Ganz so rosig sind die Zeichen nicht, denn Griechenland soll erst in zehn Jahren wieder kapitalmarktfähig sein und weiterhin gibt es ungelöste Probleme im Italien.
Einflussnehmend waren gestern auch die Veränderungen zur Vorwoche des Department of Energy (DOE). Es meldete:
 
Rohöl: hoher Aufbau (+ 4,7 Mio Barrel)
Destillate (Heizöl, Diesel):hoher Abbau (- 4,3 Mio Barrel)
Benzin: leichter Abbau (- 1,4 Mio Barrel)
 
Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte Brent liegt aktuell in London bei rund 111,40 US-Dollar.  Gasöl liegt heute bei ca. 956 US-Dollar pro Tonne.