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Hamburg - Freitag, 06.01.2012

Heizölpreise steigen weiter – Kunden warten ab

Heizölpreise steigen weiterErneut sind die Heizölpreise in der Zeit seit Weihnachten angestiegen und machen es der allgemeinen Entwicklung der Ölpreise nach. Diese werden nach wie vor in erster Linie von der Furcht einer Eskalation im Konflikt mit dem Iran dominiert. Hier haben die vergangenen 14 Tage die Fronten weiter verhärtet. Zum einen hält das Land noch immer an seiner Atompolitik fest und setzt sein Programm weiter fort, zum anderen haben Manöver in der Straße von Hormuz und die Drohung des Irans, bei weiteren Sanktionen des Westens eine Seeblockade zu errichten, die Märkte weiter verunsichert.

Iranische Drohung treibt Ölpreis weiter hoch

Iranische Drohung treibt Ölpreis weiter hochDass der Iran seine Drohung tatsächlich wahr macht, darf aber laut Militärexperten bezweifelt werden. Rein operationstechnisch wäre das Land zwar in der Lage, die schmale Meerenge zu verminen und somit die Passage von Tankern aus dem Persischen Golf heraus zu stoppen. Damit würde ein Großteil der mit Schiffen transportierten Ölmengen schlagartig vom Markt genommen. Doch aus zwei Gründen erscheint eine Umsetzung der Drohung eher unwahrscheinlich. Erstens hätte der Iran der amerikanischen Marine in einem solchen Fall nichts entgegen zu setzen, weswegen selbst ein bewaffneter Konflikt von relativ kurzer Dauer sein dürfte. Entsprechende Signale hat das US-Verteidigungsministerium bereits gegeben – eine Blockade der Seewege werde man jedenfalls nicht hinnehmen, hieß es aus Washington. Der zweite und fast noch wichtigere Grund, an der Drohung des Iran zu zweifeln, ist die Tatsache, dass auch die eigenen Tanker dann von der Blockade betroffen wären und das Land nicht mehr am Öl verdienen könnte – was aber für die Fortführung des teuren Atomprogramms unbedingt notwendig ist.

Heizölpreise steigen auf knapp 90 Cent

Heizölpreise steigen auf knapp 90 CentObwohl also politisch und militärisch nicht viel an der iranischen Drohung dran sein dürfte, reagieren die Ölpreise wie üblich sehr empfindlich auf die Nachrichtenlage. Die Future-Preise an den Märkten sind entsprechend geklettert. Auch die Heizölpreise folgen diesem Trend und legten erneut zu, womit nun an der 90-Cent-Marke gekratzt wird. Gleichzeitig kündigte die EU inzwischen an, ein Ölembargo gegen den Iran zu verhängen, was wiederum die Furcht vor weiterer Eskalation schürt. Die Europäische Union ist der zweitgrößte Abnehmer für iranisches Öl. Ein anderer Großkunde des Landes, Indien, hat sich in den vergangenen Wochen ebenfalls verstärkt nach anderen Lieferanten umgesehen, falls der Iran durch eine mögliche Eskalation kurzfristig ausfallen sollte.

Warme Witterung ärgert Heizölhändler

Warme Witterung ärgert HeizölhändlerAuf dem heimischen Heizölmarkt hat sich nicht viel getan, wenn man von den weiterhin steigenden Preisen absieht. Der Absatz lässt nach wie vor zu Wünschen übrig, wenn man nach den Aussagen der Heizölhändler geht. Kunden bestellen derzeit äußerst zurückhaltend, weil sie immer noch auf ein Absinken der Heizölpreise hoffen, wie es in den vergangenen Jahren im Frühjahr stets der Fall war. Günstig ist dabei die Wetterentwicklung, denn die letzten Wochen waren für die Jahreszeit deutlich zu mild. Der Verbrauch an Heizöl ist daher aufgrund der recht warmen Witterung erheblich geringer als beispielsweise vor einem Jahr, als es bitterkalt war und viel Schnee im ganzen Land lag. Zumindest kurzfristig soll sich an den Temperaturen auch nicht sonderlich viel ändern. Die Kunden können also derzeit abwarten, wie sich der Heizölpreis entwickelt, sollten dabei aber nicht vergessen, dass er noch weiter steigen könnte. Die Prognose einer Absenkung kann momentan nicht gegeben werden, weil die Situation nach wie vor unübersichtlich bleibt und von zu vielen Faktoren bestimmt wird. Gültig bleibt indes der Rat, die Heizölpreise sorgfältig zu vergleichen, um nicht unnötigerweise noch mehr Geld für den teuren Brennstoff ausgeben zu müssen, wenn man schließlich irgendwann keine Wahl mehr hat und den Tank auffüllen muss.