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Hamburg - Freitag, 13.01.2012Ölpreis leicht entspannt - Heizölpreise geben ebenfalls nach
Der rapide Anstieg der Heizölpreise seit dem Jahreswechsel hat sich offenbar für den Moment etwas abgeschwächt. Aktuell geben die Märkte sogar etwas nach, so dass der Preis für schwefelarmes Heizöl am Freitag um etwa einen Cent gesunken ist.Dennoch ist er nach wie vor mit gut 90 Cent für den Liter recht hoch. Für die Entspannung am Ölmarkt hat vermutlich die Entscheidung der EU gesorgt, dass das geplante Embargo gegen den Iran erst mit einer Verzögerung von sechs Monaten in Kraft treten wird. Dies ist eine Konzession vor allem an die Länder in Südeuropa, die nicht ohne Weiteres den Lieferausfall kompensieren könnten und sich erst nach anderen Lieferanten umsehen müssen. Aber auch Japan hat inzwischen angekündigt, auf Öl aus dem Iran künftig verzichten zu wollen, um Druck auf die Regierung in Teheran auszuüben, ihre Politik im Atomstreit zu ändern.
Leichte Entspannung auch beim Euro
Ebenfalls entspannt zeigten sich die Märkte hinsichtlich der Eurokrise, wodurch der Kurs der Gemeinschaftswährung wieder etwas stärker notierte und damit die Beschaffung von Öl im Euroraum wieder leicht verbilligt hat. Dennoch sind weder die Probleme mit dem Euro noch der Konflikt mit dem Iran aus der Welt. Eine mögliche Eskalation scheint hier immer wahrscheinlicher zu werden, wodurch die Ölmärkte dann wieder ins Chaos gestürzt würden – mit entsprechenden Folgen für die Heizölpreise. Anfang der Woche wurde ein US-Bürger iranischer Herkunft als angeblicher CIA-Spion zum Tode verurteilt, was nicht gerade zur Entspannung beitragen dürfte. Zudem wurde im Verlauf der Woche ein iranischer Atomwissenschaftler bei einem Bombenanschlag getötet. Der Iran wirft den USA und Israel vor, hier involviert zu sein. Heizölpreise trotz warmer Witterung nicht niedriger
Obwohl die Heizölpreise aktuell leicht zurückgehen, bleibt die Situation für die Kunden schwierig. Bestellt man jetzt zu den hohen Preisen, ärgert man sich eventuell bei einem Rückgang im Frühjahr. Andererseits könnte die unkalkulierbare Situation im Persischen Golf bis hin zu einem Krieg die heutigen Heizölpreise bald relativ günstig erscheinen lassen. In jedem Fall sollten die Kunden darauf achten, dass sie für jede denkbare Situation Vorsorge getroffen haben, der Öltank also nicht plötzlich leer ist. Ein Mindestvorrat sollte vor allem auch angesichts der sinkenden Temperaturen bereitgehalten werden. Obwohl viele Meteorologen nicht mehr mit einem wirklich harten Winter rechnen, sind die eher milden Temperaturen der letzten Wochen sicher nicht repräsentativ. Ein frostiger Wetterumschwung ist jedenfalls jederzeit möglich. Das Pokerspiel zwischen Heizölhändler und Kunden geht weiter
Auf der Händlerseite ist die Witterung ein Ärgernis, denn bei den milden Temperaturen haben viele Kunden noch immer keine Bestellung getätigt, um auf einen Rückgang der Heizölpreise zu setzen. Umgekehrt wünschen die Brennstoffhändler sich einen richtig kalten Winter wie im vergangenen Jahr. Trotz des Rückgangs bei der Nachfrage scheint sich der Preis aber nicht nach unten zu bewegen, denn während die Kunden auf eine Entspannung im Februar hoffen, beten die Händler ihrerseits für heftige Schneefälle. Bei diesem Pokerspiel ist die Frage, wer länger durchhalten kann. Bei genügend Vorrat im Öltank kann man als Kunde sicherlich noch einige Zeit abwarten, während die Heizölhändler irgendwann ihre Preise korrigieren werden, falls die Temperaturen so mild bleiben. Gerade in dieser Situation könnte sich also ein Heizölvergleich für den Verbraucher lohnen, denn bei der Frage, wann ein Händler nachgeben muss, gibt es starke regionale und individuelle Unterschiede.Nachrichten Archiv
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