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Hamburg - Montag, 23.01.2012

Heizölpreise entspannt - mögliches Ölembargo bringt Unruhe

Kurz nach Jahresbeginn waren die Heizölpreise auf über 90 Cent pro Liter angestiegen, haben aber in den vergangenen zehn Tagen deutlich nachgegeben. Am Montag notierten die aktuellen Charts einen Preis, der sich um die 87 Cent herum bewegte.

Die Entspannung zu Jahresanfang hat es in den vergangenen Jahren immer gegeben und viele Kunden spekulieren genau auf diese Entwicklung. Zwei Hauptgründe sind für die aktuelle Preisentwicklung verantwortlich. Zum einen ist die nach wie vor eher milde Witterung für den Absatz der Heizölhändler nicht förderlich; zum anderen gehen die Wirtschaftsprognosen für das Jahr 2012 größtenteils von einem Rückgang bei der Nachfrage bei Öl insgesamt aus. Je schlechter die Wirtschaftsdaten, desto eher nehmen die Industrieunternehmen ihre Produktion zurück und benötigen weniger Öl und Ölprodukte. Auf das Heizöl wirkt sich das natürlich auch aus. Obwohl in Deutschland nicht von einer Rezession ausgegangen wird, bleibt die wirtschaftliche Lage weltweit schwierig.

Weltwirtschaft dämpft Erwartungen für 2012

Weltwirtschaft dämpft Erwartungen für 2012Der Euro ist und bleibt das Sorgenkind der EU und der Weltwirtschaft, und eine wirkliche Klärung der Lage ist nach wie vor nicht in Sicht. Da am Ölmarkt in US-Dollar bezahlt wird, wirken sich die Kursverluste beim Euro für die Kunden negativ aus. Aber obwohl Griechenland noch keine Einigung mit seinen privaten Gläubigern über den so wichtigen Schuldenschnitt erzielen konnte, ist die Hoffnung auf eine Lösung noch immer vorhanden. Positiv auf die Stimmung im Euroraum wirkt sich unterdessen die Absicht Kroatiens aus, der EU beitreten zu wollen. Dies zeigt, dass man außerhalb der EU offenbar noch immer großes Vertrauen in die Wirtschaftskraft der Europäischen Union hat. Insgesamt konnte der Euro jedenfalls seinen Wert im Vergleich zum Dollar größtenteils behaupten. Derzeit kostet ein Euro etwa 1,28 US-Dollar.

Ölembargo der EU könnte sich auch auf Heizölpreise auswirken

Iran: Ölembargo der EU könnte sich auch auf Heizölpreise auswirkenDie Heizölpreise werden aber selbstverständlich auch vom allgemeinen Ölpreis beeinflusst. Hier schwebt die Krise mit dem Iran immer noch wie ein Damokles-Schwert über den Märkten. Am Montag beschloss die EU endgültig, ein Ölembargo gegen das Land zu verhängen, um die Finanzmittel für die Fortsetzung des Atomprogramms auszutrocknen. Strittig war bis zuletzt, wann genau das Embargo in Kraft treten soll, weil insbesondere Griechenland und Italien einen erheblichen Teil ihres Ölbedarfs aus dem Iran beziehen. Mit Rücksicht auf diese Länder soll das Ölembargo erst mit Verzögerung wirksam werden. Es erstreckt sich auch auf alle anderen petrochemischen Produkte, die der Iran exportiert. Wie die Ölmärkte auf diese Nachricht reagieren, war zunächst unklar. Preisdämpfend dürfte die Absichtserklärung von Saudi Arabien wirken. Das Königreich erklärte hinsichtlich einer möglichen Eskalation mit dem Iran, dass die Ölpreise nicht wesentlich über 100 Dollar pro Barrel steigen würden, weil man im Fall der Fälle entsprechende zusätzliche Förderkapazitäten aktivieren werde, so die Saudis.

Rückgang der Heizölpreise genau beobachten

Rückgang der Heizölpreise genau beobachtenFür den heimischen Heizölpreis könnte die Ankündigung des Ölembargos der EU wieder einen erneuten Anstieg bedeuten. Andererseits könnte sich der sinkende Trend weiter fortsetzen, weswegen ein übereilter Kauf bereut werden könnte. Wie schon in den vergangenen Wochen gilt daher die Empfehlung, die Reserven im Heizöltank genau im Auge zu behalten. Wer aufgrund der günstigen Witterung mit weniger Heizleistung auskommt und noch mit der Bestellung warten kann, sollte die Heizölpreise nun täglich vergleichen und abwarten, wie sich die Sache entwickelt. Wer unbedingt bestellen muss, sollte den derzeitigen Preisrückgang zumindest zu einer Minimalbestellung nutzen, um auf Nummer Sicher zu gehen.