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Hamburg - Freitag, 27.01.2012 Höhere Nachfrage stoppt Rückgang der Heizölpreise
Endlich ist die Nachfrage für
Heizöl wieder etwas gestiegen – das dürften zumindest die Heizölhändler so sehen, denn in den vergangenen Wochen und Monaten hatten sich die Kunden mit dem Kauf von Brennstoff extrem zurückgehalten. Die sehr hohen
Heizölpreise hatten gegen Ende des Jahres ein Rekordniveau erreicht, weswegen die meisten Kunden abwarteten, um in den Genuss des normalerweise nach Jahresanfang eintretenden Preisrückgangs zu kommen. Aufgrund der bisher relativ milden Witterung in diesem Winter konnte sich ein Großteil der Verbraucher ein solches Verhalten leisten. Der Höhepunkt für Januar war schließlich mit einem Preis von über 92 Cent pro Liter überschritten. Seitdem gingen die Chartnotierungen kontinuierlich zurück. Anfang der Woche lag der Preis dann bei etwas über 87 Cent. Da jetzt viele Kunden zugeschlagen haben und zumindest einen Teil ihrer Vorräte auffüllen, sorgt die gestiegene Nachfrage für ein vorläufiges Ende des Preisrückgangs. Am Freitag stieg der Heizölpreis dann auch wieder leicht an.
Iran beschäftigt die Märkte nach wie vor

Global gesehen spielen nach wie vor die bekannten Faktoren eine wichtige Rolle bei der Preisentwicklung von Rohöl – und somit auch für die
Heizölpreise . Zu Beginn der Woche machte die mögliche Eskalation mit dem Iran wieder Schlagzeilen. Doch bislang hat das Land seine Drohung, die Straße von Hormuz für den Schiffsverkehr zu sperren, nicht wahr gemacht. Ob dies noch geschehen wird, hängt sehr davon ab, wie rational die Führung in Teheran an das Problem herangeht, denn neben der militärischen Eskalation, die nach einem solchen Schritt beinahe zwangsläufig folgen würde, könnte der Iran auch selbst keine Ölexporte mehr per Schiff vornehmen. Dies und die Tatsache, dass die USA und ihre Verbündeten ihre Flottenpräsenz in der Region massiv verstärkt haben, dürfte zunächst zur Beruhigung der Lage beigetragen haben. Derzeit befinden sich mehrere Flugzeugträger-Kampfgruppen in der Region und machen demonstrativ Gebrauch von ihrem Recht, dieses internationale Seegebiet zu passieren. Auch Präsident Obama, der am Dienstag seine jährliche Ansprache zur Lage der Nation abhielt, unterstrich erneut, dass der Iran mit einer Sperrung der Seewege eine „rote Linie“ überschreiten würde. Die Irankrise hat den
Ölpreis aber auch deshalb wenig nach oben getrieben, weil Saudi-Arabien angekündigt hatte, mögliche Lieferausfälle aus dem Iran mit höheren Förderkapazitäten kompensieren zu wollen. Dennoch zweifeln Experten nicht daran, dass bei einer weiteren Verschärfung der Situation eine Verteuerung von Rohöl von bis zu zwanzig bis dreißig Prozent eintreten könnte.
Euro etwas stabiler – kaum Auswirkungen auf Heizölpreise

Der zweite Faktor ist nach wie vor die schlechte Finanzlage allgemein sowie die Eurokrise im Europäischen Wirtschaftsraum. Griechenland ist noch immer darum bemüht, eine Einigung mit seinen Gläubigern über einen Schuldenschnitt zu erzielen, hat dies aber bislang noch nicht erreicht. Jedoch konnte der Eurokurs gegenüber dem Dollar in der vergangenen Woche wieder etwas an Stabilität gewinnen und liegt derzeit bei knapp über 1,30 US-Dollar für einen Euro. Die schlechte wirtschaftliche Entwicklung in den USA hat dazu allerdings mehr beigetragen als das Vertrauen in die europäische Währung. Für
Heizölpreise und andere Treibstoffe bedeutet ein starker Euro im Grunde, dass die Notierungen etwas zurückgehen könnten, weil Öl in US-Dollar gehandelt wird. Dass in der Realität die Mineralölfirmen eher zurückhaltend bei der Preissenkung sind, ist aber ebenso bekannt. Sinkt der Wert des Euro, wird der Preis an der Tankstelle aber stets rasch erhöht. Ein Ärgernis, das alle Kunden nur zu gut kennen.