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Hamburg - Montag, 11.06.2012

Heizölpreise: Abwärtstrend vorerst gestoppt

In der vergangenen Woche setzte sich der Preisverfall beim Rohöl fort. Mit den niedrigsten Kursen seit vielen Monaten konnten auch die Heizölpreise weiter nachgeben, so dass sie zeitweise sogar unter 84 Cent pro Liter gefallen waren. Im Vergleich zu den Höchstständen von Jahresbeginn ist dies schon ein spürbarer Preisnachlass, der neben der allgemeinen Situation an den Ölmärkten aber natürlich auch mit der Nachfrage zu tun hat. Da einige Kunden nun ihre Bestellungen getätigt haben, konnten die Heizölhändler wieder punktuell einen höheren Bedarf feststellen. Gemeinsam mit dem Preissprung beim Rohöl, der am Montag einsetzte, sorgt dies dann wieder für einen Anstieg beim Heizöl. Ob dies eine nachhaltige Trendwende bedeutet und nun wieder die Kurve steil nach oben geht, ist aber offen. Mitte des Monats kommt die OPEC zusammen, um über neue Förderquoten zu beraten. Dies ist für die Ölmärkte aus mehreren Gründen von Bedeutung. Nach der Drohung des Iran, im Falle einer Eskalation im Atomkonflikt die Ölversorgung des Westens zu stören, hatte Saudi-Arabien demonstrativ seine Fördermengen derart erhöht, dass selbst ein Komplettausfall Irans kompensiert werden könnte. Da das Land durch das Embargo ohnehin Schwierigkeiten hat, sein Öl auf die Märkte zu bringen, würde ein kompletter Stopp der iranischen Öllieferungen derzeit nicht mehr großartig ins Gewicht fallen.  

Ölpreise machen zu Wochenbeginn einen Sprung nach oben

Hinzu kommt, dass die allgemeine Versorgungslage so gut ist wie lange nicht – sämtliche Lagerstätten in der westlichen Welt sind derzeit gut gefüllt. Die gesunkene Nachfrage drückt also auf die Preise insgesamt, was in der Folge dann die Heizölpreise in ähnlicher Weise beeinflusst. Doch warum ist momentan der Bedarf an Rohöl so gering? Was die Verbraucher angeht, wird bei höheren Spritpreisen in der Regel auch der Verbrauch so gut wie möglich eingeschränkt. Viele können sich einfach keine Extratouren mehr leisten und fahren nur noch die nötigsten Strecken mit dem Auto. Das alleine erklärt aber nicht den vorübergehenden Preisverfall. Der ist neben der Versorgungslage vor allem auch auf die geringere Nachfrage bei der Wirtschaft zurückzuführen. Obwohl gerade in Deutschland der Aufschwung noch immer einigermaßen vorankommt, ist er im Rest der Welt – und besonders im Rest Europas – zum Erliegen gekommen. Warnungen vor einer möglichen Rezession machen wieder einmal die Runde und drücken die Marktlage bei der produzierenden Industrie, die daraufhin weniger Öl benötigt. Die Eurokrise hat in der letzten Woche wieder die Märkte verunsichert, nachdem unklar war, wie es mit Spanien weitergeht. Nach dem Befreiungsschlag vom Wochenende ist das Vertrauen der Händler aber offenbar wieder gestärkt, weswegen am Montag auch der Preis für Rohöl zwischen zwei und drei Dollar (im Vergleich zur Notierung am Freitag) nach oben ging.  

Heizölpreise könnten wieder ansteigen

Wer die Heizölpreise beobachtet, stellt fest, dass sie seit langer Zeit nicht mehr so niedrig waren. Die Vorräte jetzt aufzufüllen, lohnt sich also bezogen auf die ersten Monate des Jahres auf jeden Fall. Auch die meisten Leute, die im vergangenen Jahr Heizöl gekauft haben, werden jetzt noch Geld sparen, wenn sie ihren Tank befüllen lassen. Die Frage ist, ob die Heizölpreise noch weiter nachgeben werden. Handelt es sich beim aktuellen Preissprung um eine nachhaltige Trendwende, könnte es das bereits gewesen sein mit dem Preisrückgang für Heizöl in diesem Jahr. Da aber in den kommenden Wochen noch weitere Faktoren (wie die erwähnte OPEC-Entscheidung zu den Förderquoten) mit einbezogen werden müssen, lässt sich wie üblich keine langfristige Prognose stellen. Auch dem Iran läuft die Zeit für eine Lösung des Atomkonflikts davon. Zum einen scharren Israel und die USA bereits mit den Hufen, um notfalls militärisch zu verhindern, dass Teheran in den Besitz der Atombombe kommt. Je weiter die Arbeiten am Projekt fortschreiten, desto kleiner wird das Zeitfenster für Verhandlungen. Aber auch die kontinuierliche Zwischenlagerung iranischen Öls auf eigenen Öltankern hat Grenzen, weswegen das Regime im Iran die Optionen ausgehen. Ändern könnte sich das nur, wenn Großabnehmer wie Indien oder China sich dem Embargo entziehen und wieder Öl im Iran ordern. Danach sieht es momentan aber nicht aus.