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Hamburg - Dienstag, 19.06.2012

Griechenland sorgt für Entspannung an den Ölmärkten

Nach einem Showdown am Wochenende zwischen Euro und Griechenland-Wahl kann vorerst wieder durchgeatmet werden. Nachdem offenbar eine Mehrheit für die Euro-Befürworter gestimmt hat, ist ein sofortiger Zusammenbruch der griechischen Wirtschaft zunächst abgewendet. Experten hatten gewarnt, dass ein Wahlsieg der Extremisten, die das Sparprogramm aufkündigen wollten, zu Panikreaktionen hätte führen können.

Befürchtet wurde ein fortgesetzter Run auf Bargeld, denn viele Griechen ziehen schon jetzt so viel Euro-Bargeld wie möglich aus den Automaten, um im Falle eines Austritts und der Rückkehr zu einer eigenen Währung gewappnet zu sein. Sollte Griechenlandnämlich zur Drachme zurückkehren, würde sie vermutlich sehr schnell entwertet. Da die Schulden aber nach wie vor bestehen bleiben (und zudem in Euro berechnet werden), würde dies die Lage erheblich verschärfen.  

Was passiert in Griechenland?

Manche Beobachter halten eine solche Entwicklung für übertrieben und verweisen auf die Vorteile, die Griechenland in Sachen Tourismus hätte, wenn eine günstigere Währung eingeführt würde. Das würde zwar den Urlaubern zugute kommen, doch sämtliche Importe nach Griechenland wären von den Bürgern dort kaum noch zu bezahlen. Da das Land auch so gut wie keine Exportwirtschaft hat, droht dann der absolute Kollaps des Systems. Schon jetzt können viele Griechen kaum noch Medikamente oder Benzin kaufen, weil sie die hohen Ölpreise nicht mehr verkraften können. Außerdem belastet das Hamstern von Bargeld die griechischen Banken enorm. Insgesamt kann die Krise also nach wie vor nicht als gelöst betrachtet werden. Der Ausblick auf eine stabile Regierung, die sich an die mit der EU getroffenen Vereinbarungen hält, hat aber für eine Entspannung auf den Märkten gesorgt.  

Rohöl wieder etwas teurer

Entspannung bedeutet in dem Fall eine Verteuerung von Rohöl und dessen Produkten. Während in der vergangenen Woche die Preise an der Tankstelle auch noch etwas nachgegeben haben, gingen die Preise zu Beginn der neuen Woche im Lichte der Griechenland-Wahl wieder nach oben. Somit dürfte der Abwärtstrend vorerst gestoppt sein. Ob damit auch wieder eine generelle Trendwende einhergeht und die Ölpreisewieder durch die Decke gehen, ist aber längst nicht gesagt, denn auch die preissenkenden Faktoren bleiben aktuell. So hemmt die schlechte Konjunkturlage in vielen westlichen Ländern ein weiteres Ansteigen, während die Sorge um den Iran die Preise wieder klettern lassen könnte.  

Iran – Neverending Story

Stichwort Iran: Aktuell wird wieder einmal verhandelt. Rechtzeitig vor dem Inkrafttreten weiterer Sanktionen im Juli will die Regierung in Teheran wieder einmal mit den Vertretern der Sicherheitsratsmitglieder plus Deutschland verhandeln. Ob dabei mehr herauskommt als in der Vergangenheit bleibt fraglich, jedoch geraten die Iraner immer mehr unter Druck, weil ihre Ölproduktion nicht mehr abverkauft werden kann. Die OPEC hat auf ihrer Konferenz in der vergangenen Woche indes eine Beibehaltung der derzeitigen Fördergrenzen beschlossen. Damit wird an den Grunddaten nichts verändert. Lediglich Saudi-Arabien wurde aufgefordert, seine Überproduktion herunterzufahren. Die Saudis hatten in den letzten Monaten sehr viel mehr Öl gefordert als üblich, um zu signalisieren, dass ein Ausfall iranischer Öllieferungen keine Auswirkungen auf die Weltmärkte haben würde.  

Heizölpreise bewegen sich weiter seitwärts

Die Heizölpreise bleiben von den Turbulenzen natürlich auch nicht unberührt. Nach dem Rückgang in den letzten vier Wochen stagnierte der Kurs für einen Liter Heizöl bei rund 82 Cent zu Beginn der vergangenen Woche. Aktuell hat sich der Preis aber wieder etwas erholt, wenngleich keine Anzeichen für einen großen Preissprung in Sicht sind. Daher bleibt die Empfehlung für Besteller von Heizöl die gleiche: Marktentwicklung sorgfältig beobachten und die Heizölpreise im Auge behalten, da sich auch kurzfristig sehr große Änderungen ergeben können. Wer einen leeren Tank hat, sollte zum jetzigen Kurs eine Mindestmenge einlagern, um für den nächsten Winter auf der sicheren Seite zu sein. Eine komplette Tankfüllung erscheint angesichts der Möglichkeit für einen weiteren Rückgang der Heizölpreise aber derzeit nicht empfehlenswert.