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Hamburg - Mittwoch, 04.07.2012

Heizölpreise nach oben korrigiert

Insgesamt war der Juni 2012 von starken Preisnachlässen beim Rohöl geprägt, was sich auch nachhaltig auf die Heizölpreise ausgewirkt hat. So ging der Kurs beim Rohöl im Vergleich zum Jahresbeginn um satte 25 Prozent nach unten. Zahlte man am Markt im Monat Februar teilweise noch über 120 $ pro Barrel, waren es Ende Juni nur noch 90 $. Für deutsche Verbraucher macht sich dies an der Zapfsäule aber nicht im gleichen Maße bemerkbar. Zwar sind die Benzinpreise ebenfalls etwas niedriger als noch im April oder Mai, aber durch den Rückgang beim Eurokurs relativieren sich die Preisabschläge, weil Rohöl nach wie vor in der Weltleitwährung US-Dollar gehandelt wird.  


Hohe Nachfrage sorgt für Lieferfristen und leicht gestiegene Heizölpreise
Nachdem die Heizölpreise in der vergangen Woche auf ein 18-Monatstief gesunken waren, hat die gestiegene Nachfrage bei den Heizölhändlern zu einer Korrektur nach oben geführt. Aktuell werden für Heizöl zwischen 83 und 85 Cent pro Liter gezahlt, während vor einer Woche noch rund drei Cent weniger verlangt wurden. Die höhere Nachfrage bei den Kunden hat auch zu längeren Lieferzeiten geführt. Aktuell nennen die meisten Händler Fristen von bis zu zehn Tagen, vereinzelt sogar noch mehr. Dies sollte bei der Urlaubsplanung berücksichtigt werden, wenn eine Bestellung für Heizöl getätigt wird. Nach wie vor gilt, dass die derzeitige Preisentwicklung eine Empfehlung zur Nachbestellung darstellt. Zwar ist ein weiterer Rückgang sowohl beim Rohöl als auch beim Heizöl möglich, doch sollte man nicht zu 100% darauf wetten. Die Faktoren, die – durchaus auch kurzfristig – für Preissprünge sorgen könnten, bleiben zahlreich und schwer zu kalkulieren. Besonders die Verbraucher, die sich im vergangenen Jahr ohne Bestellung über das Preishoch gerettet haben und somit so gut wie nichts mehr im Öltank haben, sollten diese Chance nicht ungenutzt vorübergehen lassen. Natürlich kann man auch eine Teilmenge kaufen und auf weiter sinkende Heizölpreise hoffen.  

Seit 1. Juli kein Öl mehr aus dem Iran

Ob es dazu kommt, hängt unter anderem auch von der weiteren Entwicklung in Sachen Iran ab. Die Gespräche über das Atomprogramm, die mit den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates und Deutschland geführt wurden, haben – wieder einmal – kein konkretes Ergebnis geliefert. Zum 1. Juli ist zudem das EU-Embargo für Ölimporte aus dem Iran voll wirksam geworden. Kein EU-Land darf jetzt noch Öl aus dem Land einführen, dies gilt auch für Altverträge. Da auch China und Indien als Großabnehmer mittlerweile größtenteils ausfallen, versucht der Iran jetzt, mit Tricks weiter zu kommen. Bisher hatte man die Ölproduktion auf den eigenen Öltankern zwischengespeichert. Da aber diese Kapazitäten bald erschöpft sind, ist man auf die Idee gekommen, die Tanker schlicht und einfach unter anderen Länderflaggen fahren zu lassen. Damit soll das Embargo umgangen werden. Inwiefern dieses Vorgehen erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Gleichzeitig droht das angeschlagene Land der EU mit „Vergeltung“ für das Ölembargo. Die Situation bleibt also heikel, eine Eskalation ist nach wie vor möglich. Für diesen Fall rechnen Experten mit drastischen Steigerungen beim Ölpreis.  

Eskalation droht auch zwischen Türkei und Syrien
Ebenfalls eine militärische Eskalation droht zwischen Syrien und der Türkei. Nach dem Abschuss eines türkischen Aufklärungsflugzeugs sind die Spannungen stark gestiegen. Die Türkei hat mittlerweile Einheiten an die Grenze verlegt und betrachtet jede weitere Provokation von syrischer Seite als Grund, militärisch zuzuschlagen, wie die Regierung vergangene Woche mitteilte. Obwohl weder Syrien noch die Türkei zu den großen Ölproduzenten gehören, sind Krisen im Nahen Osten immer preistreibende Faktoren. Dies könne auch die NATO betreffen, falls der Bündnisfall eintritt (Türkei ist NATO-Mitglied). Last not least: Die Eurokrise. Nach den Beschlüssen des Bundestags und des Bundesrates können die geplanten Maßnahmen nun umgesetzt werden. Diese scheinen aber nach dem letzten Gipfeltreffen bereits wieder überholt zu sein. Befürchtungen gehen nun in die Richtung, dass trotz der Ankündigung von Bundeskanzlerin Merkel (CDU), eine Verallgemeinerung der Schulden werde zu ihren Lebzeiten nicht stattfinden, genau dies eintreten könnte. Immerhin scheinen die Märkte erstmals von den EU-Maßnahmen beeindruckt zu sein, denn am Montag zeigte sich eine Erholung der Kurse und ein leichter Anstieg beim Euro. Es bleibt spannend.