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Hamburg - Montag, 16.07.2012

Kaum Veränderungen: Heizölpreise nur leicht gestiegen

In der Woche vom 9. bis 15. Juli hat es an den Ölmärkten nur wenig Bewegung gegeben. Der Aufwärtstrend der Vorwoche schien zunächst etwas rückläufig, doch die Werte gingen zum Wochenende wieder nach oben. Für die Heizölpreise bedeutet dies einen erneuten leichten Anstieg im Vergleich zur Vorwoche von etwas mehr als einem halben Cent je Liter. Damit liegen die Kosten für eine Heizölbestellung zwar noch immer niedriger als von März bis April, doch lagen die Kurse im Mai und Juni deutlich darunter. Die preistreibenden Faktoren konnten sich abermals durchsetzen. So hat der Dollar gegenüber dem Euro weiter an Boden gewonnen, was für Ölkäufe in Europa nachteilig ist. Obwohl ein weiteres Abrutschen der Gemeinschaftswährung in der vergangenen Woche verhindert werden konnte, liegt der Kurs nach wie vor in einem relativen Tief, denn so niedrig notierte der Euro zuletzt vor über zwei Jahren.  

Auf niedrigere Heizölpreise „zocken“?

Die Verunsicherung der Märkte schlägt also weiter auf die Ölpreise durch. Die Heizölhändler können trotzdem von Bestellungen profitieren, da viele Kunden die im Vergleich zum Winter niedrigen Heizölpreise noch ausnutzen möchten. Allerdings ordern nur wenige Kunden volle Tanks, weil sie auf weitere Preiseinbrüche bis zum Herbst hoffen. Ob diese Hoffnung aufgeht, bleibt abzuwarten, denn die erste Jahreshälfte bringt normalerweise die größten Preisrückgänge beim Heizöl. Sollte es jedoch wieder zu einem sehr warmen Herbst kommen (man erinnere sich an den vergangenen November), könnte spätestens dann die Marktsituation nochmals schwanken. Verlassen sollte man sich darauf aber nicht, denn zu viele Kunden haben schon im letzten Jahr bis auf den letzten Tropfen Heizöl gezockt und nicht nachbestellt. Dies hatte zur Folge, dass dann im Februar diese Kunden zu extrem hohen Preisen nachbestellten, um nicht frieren zu müssen.  

Irans Öllager laufen über – Embargo schlägt durch
Die Wirtschaftsdaten bleiben durchwachsen bis negativ. Die Jobprognosen in den USA sind nicht sehr erbaulich für den amtierenden Präsidenten Obama. Der Wahlkampf wird für ihn zunehmend schwieriger und eine Wiederwahl erscheint derzeit nicht als sicher. Die Bevorratung mit Öl ist allerdings momentan in allen Industriestaaten ausreichend. Dennoch prognostizieren die verschiedenen Expertengruppen einen Anstieg beim Ölbedarf. Für das kommende Jahr wird – je nach Berechnung – eine Steigerung des Förderbedarfs von 730.000 bis zu einer Million Barrel erwartet. Für die Bildung des Ölpreises bleibt die Lage im Iran nach wie vor einer der wichtigsten Faktoren. Das Embargo der EU greift inzwischen vollständig und hat zusammen mit den Importstopps anderer Länder zu einem Erliegen der iranischen Ölexporte geführt. Unter Druck steht das Land aber nicht nur durch den Ausfall der Einnahmen, sondern auch wegen der überlaufenden Lagerkapazitäten. In der Folge musste der Iran seine eigene Ölförderung stark drosseln und wurde vom Irak überholt.  

Neue Pipeline soll Ölversorgung sichern

Obwohl der Iran beispielsweise für den deutschen Treibstoffmarkt so gut wie keine Rolle spielt, reagieren die Märkte sehr nervös auf Nachrichten aus der Region. Grund dafür ist die Drohung des Landes, bei einer militärischen Eskalation die wichtige Meeresstraße von Hormuz zu blockieren. In diesem Falle wären die Ölexporte der Golfstaaten ebenfalls behindert. Obwohl eine solche Maßnahme vermutlich nicht von Dauer wäre, weil sie militärische Konsequenzen nach sich ziehen würde, hätte eine solche Entwicklung gravierende Auswirkungen auf den Ölpreis, die sich in der Folge auch auf die Heizölpreise auswirken würden. Manche Fachleute erwarten in diesem Szenario zum Teil extreme Sprünge nach oben. Für eine leichte Entschärfung dieses Faktors könnte eine neue Ölpipeline sorgen, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten in Betrieb genommen wurde. Diese Pipeline ist als Bypass konstruiert und umgeht die kritische Region der Straße von Hormuz. Zwar ist diese Pipeline alleine nicht in der Lage, das gesamte Öl der Region umzuleiten, doch dürfte die Nervosität der Märkte in dieser Beziehung ein wenig zurückgehen.