Jetzt Heizölpreise vergleichen!




Nachrichten

Hamburg - Freitag, 12.10.2012

Heizölkosten erneut auf Höhenflug – trotzdem bestellen?

In den vergangenen zwei Wochen hatten sich die Ölmärkte relativ ruhig gezeigt. Doch zu Beginn der abgelaufenen Woche nahmen die Krisenmeldungen im Nahen Osten wieder eine besondere Stellung ein und haben in den letzten Tagen für einen Preisanstieg von rund 3 Prozent gesorgt. Wenngleich die generelle Tendenz auch für die Heizölpreise eher seitwärts ausgeprägt ist, bedeutet es für die Kunden ein sehr hohes Preisniveau. Die Nachfragesituation an den Ölmärkten ist nicht wirklich schuld am Anstieg, denn hier hat sich eher ein Rückgang beim Bedarf der westlichen Industrienationen ergeben. So konnten die USA in den letzten zwölf Monaten ihre eigene Rohölförderung um etwa 8 Prozent steigern. Gleichzeitig verbraucht die größte Industrienation der Welt seit 2002 immer weniger Öl. Beides führt zu einer unterschiedlichen Preisentwicklung bei den US-Rohölsorten verglichen mit den anderen Sorten. Langfristig will das Land sich unabhängiger von Ölimporten machen. Präsidentschaftskandidat Mitt Romney will dafür die Förderung drastisch erhöhen und hierfür auch umweltpolitisch umstrittene Fördermethoden nutzen, während der amtierende Präsident Obama eher auf den Ausbau erneuerbarer Energien setzt. Insgesamt dürfte also die Nachfrage insbesondere im Hinblick auf die derzeit sehr gut gefüllten Öllager in den USA kaum steigen.  

Bedarf in „neuen“ Industrieländern wächst

Gestiegen ist die Nachfrage für Öl aber in den Schwellenländern. China und Indien haben ihren Verbrauch im gleichen Zeitraum erheblich erhöht und haben einen wachsenden Bedarf. Diese Nachfrage lässt die Spekulation auf höhere Ölpreise ebenso nachvollziehen wie die generelle „Wette“ auf eine Eskalation der preistreibenden Faktoren. An der Eurokrisen-Front blieb es vergleichsweise ruhig. Bundeskanzlerin Merkel hat das angeschlagene Griechenland besucht und die dortigen Bürger für die großen persönlichen Opfer gelobt. Insgesamt bewerteten die Märkte den Besuch als Zeichen, dass man Griechenland auch künftig nicht fallen lassen werde. Die EU prüft derzeit die Einhaltung der Sparvorgaben, was als Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Kreditraten gilt. Allgemein wird damit gerechnet, dass Griechenland auf diese Gelder zählen kann. Somit scheint die Eurokrise also erneut verschoben, was einen beruhigenden Einfluss auf die Märkte hat.  

Türkei und Syrien beeinflussen Marktpreise

Preissenkend wirken sich normalerweise auch schlechte Wirtschaftsdaten aus. Im Herbstgutachten haben die Wirtschaftsweisen die Prognose für Deutschland erneut nach unten korrigieren müssen. Obwohl der Aufschwung noch nicht völlig zum Stillstand gebracht wurde, ist auch Deutschland mittlerweile von der allgemeinen Weltwirtschaftslage betroffen. Dass die Ölpreise und damit auch die Heizölpreise stark angestiegen sind, liegt eher an den politischen Nachrichten aus dem Nahen Osten. Die Kriegsangst bezüglich des schwelenden Konflikts zwischen der Türkei und Syrien hat sich in den letzten sieben Tagen erheblich vergrößert. Zwar haben weder die Türkei noch Syrien einen großen Einfluss auf die physischen Ölmärkte, doch besteht die Furcht vor einem Flächenbrand, der möglicherweise auch die Kontrahenten Iran und Israel mit ins Spiel bringen könnte. Die Spekulation auf hohe Ölpreise ist dieser Tage also rein politisch bedingt. Nachdem wiederholt Granaten aus Syrien im türkischen Grenzgebiet eingeschlagen waren, hat das NATO-Mitglied mehrfach Vergeltungsangriffe durchgeführt. Dennoch sehe man sich derzeit nicht im Krieg mit Syrien, betont die türkische Regierung. Am Mittwoch zwangen türkische Kampfflugzeuge ein syrisches Flugzeug zur Landung. Eine Durchsuchung hat nach Angaben der Regierung in Ankara „illegale militärische Fracht“ aus Russland zu Tage gefördert. Die besonderen Interessen Russlands an Syrien machen seit Monaten ein effektives Handeln der Staatengemeinschaft unmöglich.  

Heizöl ist wieder deutlich teurer

Die Heizölpreise sind also wieder auf dem hohen Niveau der Vormonate angekommen und liegen runde zehn Cent höher als vor einem Jahr. Normalerweise würde man von Bestellungen bei solch hohen Preisen abraten; die bevorstehende Winterperiode mag aber manchen Kunden dazu zwingen, den Tank aufzufüllen. Die Prognosen gehen bei den Experten teilweise stark auseinander. Während manche Analysten eine mittelfristige Preiskorrektur nach unten für möglich halten, sehen andere bestenfalls seitwärts tendierende Heizölpreise als realistisch an. Eskalieren die politischen und wirtschaftlichen Risikofaktoren weiter, ist auch ein sprunghafter Anstieg möglich, der die derzeitigen Preishochs dann als eher lächerlich erscheinen lassen könnte.   Unser Rat: Spekulieren Sie nicht zu risikofreudig auf niedrigere Heizölpreise. Ist Ihr Tank leer, bestellen Sie am besten zumindest eine Reserve, mit der sie über die Winterperiode kommen. Tanken Sie aber nicht voll, falls tatsächlich ein Preisrutsch eintritt. Um diese Entwicklungen zu beobachten, sollten Sie zudem täglich die Heizölpreise mit unserem Rechner vergleichen, denn die Situation kann sich ständig ändern.